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Headshot Fotografie? Ich, der Neandertaler!

Headshot. Fotos für Social Media

Headshot – Porträtfoto für Social-Media, Business, Unternehmer

Ein gelungener Headshot und Du bist tot! Weltklasse!

Ich habe mich vor Kurzem ganz mies gefüllt, als ich bei meinem Kumpel, dem hervorragenden Porträt-Fotografen Jörg, zu Besuch war.

In einer Fachzeitschrift für Fotostudios stand ein Artikel über „Headshot-Fotografie“.

Irgendwie kam es bei mir in den letzten Jahren gar nicht an, dass es einen neuen und selbstverständlich  a m e r i k a n i s c h e n  Begriff „Headshot“ & Headshot-Fotografie“ gibt. Oder wurde er erfunden? Egal.

Ich bin ja jeden Tag in irgendeiner Form mit Fotografie und Business-Porträts beschäftigt. Trotzdem hat noch nie, niemals ein Kunde mir gegenüber das Wort „Headshot-Fotos“ bzw. „Headshot-Fotografie“ erwähnt. Niemals wollte ein Kunde so etwas bei mir bestellen, nicht mal eine einzige Frage am Telefon, ob ich so was mache.

Und dann, aus dem Nichts taucht ein Wort auf: „Headshot“!

Nicht gut, denke ich mir – bin ein Fotograf und habe keine Ahnung.

Man kennt es ja inzwischen nicht anders – bevor man jemanden fragt, lieber erstmal googeln.

Nicht, dass ich dann im Gespräch total blöd dastehe. Gegoogelt, dann fange ich an …

  • Hey Jörg, hast Du es gelesen – frag ich den Kollegen. Was ist denn das wieder?!
  • Ah ja, als ich in der Bundeswehr war, dann hieß es, ein Schuss von einem Scharfschützen direkt in den Kopf ist ja ein „Headshot“. Bist halt mal weg …
  • Ok, fein. Und bei Fotografie, was meinst Du heißt es? Hast Du schon gelesen?
  • Nö, aber ich denke mir, dass es ein Porträtfoto ist, das so was zwischen einem Passfoto und einem Bewerbungsfoto anzusiedeln sein wird
  • Ja, würde ich auch denken, aber es Headshot zu nennen finde ich schon absurd! Es ist doch nichts anderes als ein knapper Ausschnitt des Gesichts mit Fokus auf die Augen, bzw. ein Gesicht. Letztendlich kann es ein beliebiges Porträtfoto sein, das knapp beschnitten wird. Man kann aus 99% der Porträtbilder und Bewerbungsfotos einen Headshot erstellen oder nicht?!
  • Du weiß ja, wie es ist, es gibt genug Leute, die das kaufen werden, nur weil es einen englische Namen hat. Du machst ein Passfoto für 15,00 €, beschneidest es ein wenig, machst noch schwarz-weiß, schreibst darunter „Professionelle Headshot-Fotografie für Unternehmen und Businesswelt“, verlangst dafür 500,00 € und das Geschäft läuft *lacht er* . Und dann nennt man sich noch Künstler-Porträtfotograf *lacht* 
  • Na ja, so easy ist das nicht, da gehört mehr dazu und die Definition der Headshot-Fotografie“ finde ich nicht in Ordnung … *nachdenklich*
  • Aber dafür hast Du ein cooles Produkt, das alle wollen *wir lachen*

*Ich lache aber nicht mehr lange*

  • Aber das ist doch total bescheuert! Da siehst Du jeden Pickel, jedes Härchen auf dem Gesicht, wenn sich jemand nicht genau rasiert hat oder eine Frau Damenbart hat… Wer will schon so was haben und sich so sehen?!
  • Ja, deshalb kostet es 500 Euro – du muss es gut retuschieren *er grinst* Es dauert halt ein wenig länger als sonst und vergiss nicht, du bist ein Künstler *ironisch gemeint*
  • Na super, eine Nische wurde erfunden *sage ich frech*
  • Die Frage aber ist, wer danach überhaupt sucht? Die Leute suchen nach Porträts und nicht nach Headshots. Wer möchte schon schön und präzise gekillt werden? *lacht*
    Nach Headshot-Fotos können nur Fotografen suchen, also die aus unserer Branche, oder Agenturen … . Ein normal-sterblicher-Kunde kennt das nicht mal.
  • Ja, sehe ich genauso. Das blöde ist nur, dass es nichts, absolut nichts anderes ist als das, was wir bis jetzt machen, nur anders genannt! Also ein aussagekräftiges Business-Porträt, mit Fokus auf die fotografierte Person, um den Charakter & Charme der Menschen am besten darstellen zu können.
    Müssen wir jetzt wirklich unsere Business-Porträts und Fotos für Social-Media „Headshot-Fotografie“ nennen, nur weil das Volk für die Trends aus Amerika so anfällig ist?!
  • Sehe es positiv, jetzt kannst Du ein neues Angebot auf die Webseite werfen:

„Professionell und unkompliziert: schneller Tod für 500 €. Für Sie und Ihr Unternehmen! Mit unseren modernen Headshots beseitigen wir alle Ihre Probleme  – und zwar für Immer!“

*Lächeln* 

  • Wir sind alle Headshot-Fotografen, sag ich.

Und so ging es noch kurz weiter, unser Gespräch zum Thema „Headshot-Fotografie“

Wir sollten aber kurz und ganz ernst darüber sprechen.

Der Begriff Headshotsfotografie kam vor mehreren Jahren aus Amerika und es handelt sich um eine Art der Porträtfotos, bei denen der Fokus auf den Kopf der porträtierten Person gelegt wird. Es wird sehr auf den Gesichtsausdruck und die Augen geachtet. Auf dem Bild sollte nichts weiter vorhanden sein, was von der Person ablenken könnte.

Ein Headshots sollte den Menschen so zeigen, wie er ist und nicht so, wie er gerne wäre

Jegliche Retusche, von der Bereinigung von Hautunreinheiten abgesehen, sollte unterlassen werden. Auch zu auffälliger Schmuck, Accessoires oder Kleider sollten vermieden werden.

Der größte Vorteil der Headshot-Fotos ist, dass diese universal einsetzbar sind und für viele verschiedene Zwecke verwendet werden können.

Headshotfotogorafie aus Sicht eines Fotografen: meine persönliche Sicht

Um gute und gelungene Headshots erstellen zu können, braucht man Zeit.

Warum und wieso – dazu habe ich auf der Seite „Business-Porträts“ geschrieben und möchte mich nicht wiederholen.

In meinem Gespräch mit meinem Freund habe ich mich zwar lustig gemacht, dass man aus jedem Passbild ein Headshot-Foto erstellen kann, aber es ist leider nicht so banal und easy. Ich bin nur „genervt und irritiert“, dass man das Alte und Bewahrte, das es schon immer gab, jetzt anders nennt. Und ich kannte das Wort vorher wirklich nicht, nicht in dem Kontext – irgendwie ging es an mir vorbei. Übrigens, das Gespräch ist nicht frei erfunden, wir haben uns beide köstlich über das Thema Headshot-Fotografie amüsiert oder so gesprochen.

Um wirklich gute Headshots erstellen zu können, müssen der Fotograf und das Model sich komplett vertrauen. Nur so entstehen offene, intime und authentische Porträts.

Ob ich es kann?!?

Hmm.. ich glaube, ich habe die letzten tausend Jahre nichts anderes im Leben als Fotograf gemacht. Nur nannte ich es Porträts und nicht Headshots :)

In diesem Sinne,

Martin, der Headshot-Fotograf, he he he